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  KLENKES stadtillustrierte aachen | düren
07.2008

Interview: Andreas Magdanz
Präsenz von Abwesenheit


Andreas Magdanz zeigt Fotografien aus Camp Vogelsang

In der unendlichen Flut der Bilder steht der Fotokünstler Andreas Magdanz wie ein Fels in der Brandung. Spröde, ernst und schnörkellos wirken seine Arbeiten, engagiert der Mann hinter der Kamera. Drei Fragen zu seinem Projekt »Camp Vogelsang«.


In ihrer Ausstellung „Camp Vogelsang“ konzentrieren Sie sich weniger auf die ehemalige NS Ordensburg, sondern zeigen vor allem Bilder des Gesamtkomplexes und aus Wollseifen. Wie beschreiben Sie ihr Projekt in drei Sätzen?

In Wollseifen verdichtet sich die Geschichte, mehr noch als in der Burg Vogelsang: Dieser Ort sticht aus der üblichen Lesart heraus, er ist durch den Krieg, die Vertreibung der Anwohner und die Nutzung als Übungsfläche für den Häuserkampf auratisch am stärksten aufgeladen. Wollseifen ist eine Projektionsfläche für das Dritte Reich und die Folgen.

Wie haben Sie den Wandel von der militärischen Nutzung zum Naturschutzgebiet erlebt?

Schon bei meiner ersten Fahrt über das Gelände im Frühjahr 2004 dominierte Leere, da keine Truppenverbände dort waren. Es ist immer wieder die Präsenz von Abwesenheit über das Gegenständliche hinaus, die sich in meinen Bildern findet. Nach dem Abzug der Belgier ging eine positive Ära zu Ende, es entstand ein luftleerer Raum. Natürlich ist das riesige Areal mit all seinen Facetten auch unter Einsatz aller fotografischer Stilmittel nicht vollständig zu erfassen. Aber die Konzentration auf die Burg Vogelsang birgt in der heutigen Nutzung die Gefahr, sich auf die nationalsozialistische Zeit zu beschränken.

Was reizt den Künstler Andreas Magdanz an seinen sperrigen Themen – Garzweiler, Auschwitz, BND Standort Pullach und nun Camp Vogelsang?

Jede meiner Arbeiten hat einen intellektuellen Hintergrund. Dabei ist die Fotografie die Eintrittskarte in Parallelwelten. Trotz unserer heutigen Informationsfülle ist die Welt nicht zu erklären und so ergeben sich immer wieder neue Erkenntnisse. Es ist also die Neugier, die mich antreibt.


 
 
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